Was w酺e, wenn der Islam nicht in der Wte entstanden w酺e, sondern in der Kirche?
Als die Christen von Najran vor Mohammed traten und sagten: "Wir waren Muslime, bevor ihr kamt" - war das blo e H鐪lichkeit, oder benannten sie eine vergessene Verwandtschaft? Heute stehen sich die beiden Religionen wie Fremde gegener; doch beide kamen durch dieselben Jahrhunderte, dieselben Sprachen, dieselben K鄝pfe um den einen Gott. Dieses Buch folgt jenem Satz und 鐪fnet die Akten der vergessenen Verwandtschaft, eine nach der anderen.
Im Herzen des Buches steht ein einziges Wort: Hanif. Im Syrischen war ḥanpā ein Schimpfwort; die Kirche drkte diesen Stempel denen auf, die sie f H酺etiker hielt. Der Koran nahm dasselbe Wort und machte daraus einen Ehrentitel der Religion Abrahams. Wer versteht, wie aus einem Schimpfwort eine Ehre wurde, findet den Gang zwischen den beiden Religionen; Geschichte ist ein Ged踄htnis, in dem Wortbedeutungen zwischen Kulturen den Besitzer wechseln. Es folgt der Distanz der ersten Hanifen zum G飆zendienst, ihrem Sinn f Gerechtigkeit, ihrer Barmherzigkeit gegener Waise und Armem; Hanif zu sein ist kein gestempelter Titel, sondern das dem rechten Weg zugewandte Gesicht des Glaubens. Der Spur eines einzigen Wortes zu folgen lehrt bisweilen mehr, als das Archiv eines Kaiserreichs zu lesen.
Dann 鐪fnet sich die lange Linie: die Trennung des Paulus von den Aposteln und der wachsende Riss zwischen ihm und Jerusalem; der Einzug von Philons Logos in die christliche Gotteslehre; die Spuren, die die Mithras-Mysterien Roms in der Sprache des Ritus hinterlie en; die in Niz跾 erstickten Stimmen des Trinit酹sstreits; der Kampf des Arius, "des fruchtbarsten H酺etikers der Geschichte", und des Nestorius um den einen Gott; Mohammeds Brief an Herakleios und sein Band mit dem Negus von Abessinien; der Name "Allah", im vorislamischen Mekka l鄚gst im Gebrauch; die Hanifen von Waraqa bis Zayd, vor der Offenbarung dem einen Gott zugewandt; die Entsprechungen des Gebetsritus im syrisch-christlichen Gottesdienst. An jeder Station dieselbe Linie: Der Islam l酲st sich nicht als Bruch mit den monotheistischen christlichen Str闣ungen der Sp酹antike lesen, sondern als ihre natliche Fortsetzung.
Dies ist keine Polemik. Es arbeitet mit den Werkzeugen der semitischen Philologie und den fresten Quellen; es stzt sich auf Texte, nicht auf sp酹er geknfte 鈁erlieferungsketten. In jedem Kapitel steht die Quelle: die Briefe des Paulus, die Protokolle der Kirchenv酹er, syrische Tauf- und Gebetstexte, das eigene Zeugnis des Korans. Es behandelt die Glaubensgeschichte nicht als abgeschlossene Inseln, sondern als sich kreuzende Wege und geteilte Erbschaften. Es f鄟lt kein Urteil; es setzt die Vorurteile aus und folgt den Belegen - nicht dem Dogma.
Dem christlichen Leser gibt es einen vergessenen Zweig der eigenen Geschichte zurk: die von der Kirche unterdrkte monotheistische Ader. Dem muslimischen Leser zeigt es das vorislamische Leben des eigenen Wortschatzes: den Stammbaum des Namens "Allah", des Gebets, des Hanifentums vor der Offenbarung. Dem Leser ohne Bindung an eine Religion erz鄣lt es eine der gro en Weitergabegeschichten der Welt: Glaube floss in Sprache, Sprache in ein Reich, ein Reich in eine neue Religion. Wo die beiden Religionen gegeneinander gestellt werden, ist ihr gemeinsamer Stammbaum f beide Seiten gleich unbequem und gleich befreiend. Dieses Buch nimmt niemandem seine Religion; es macht jeden mit der Geschichte der eigenen W顤ter bekannt.
Wer Tom Hollands Sp酹antike liebt oder Karen Armstrongs vergleichende Religionsgeschichte, ist hier zu Hause; wer Bher mag, die einem einzigen Wort durch die Jahrhunderte folgen, bekommt philologische Detektivarbeit. Wenn es sich schlie t, liest sich jener Satz von Najran anders. Vielleicht waren die Christen von Najran nicht blo h鐪lich.
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