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Wilhelm Dilthey: Die Einbildungskraft des Dichters. Bausteine f eine Poetik Erstdruck in: In: Philosophische Aufs酹ze. Eduard Zeller zu seinem ffzigj鄣rigen Doctor-Jubil酳m gewidmet. (= Philosphische Aufs酹ze, 10.) Leipzig, 1887. Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2026. Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH Wie entsteht Dichtung? Wilhelm Dilthey sucht den Ursprung des poetischen Werkes nicht in festen Regeln, Gattungsgrenzen oder blo er Nachahmung, sondern im lebendigen Inneren des Dichters. Aus Wahrnehmung, Erinnerung, Gefl und Erfahrung bildet die Einbildungskraft eine neue Wirklichkeit: Sie verdichtet das Erlebte, l飉t es aus dem Zuf鄟ligen und formt daraus Gestalten, Situationen und Zusammenh鄚ge von allgemeiner Bedeutung. Dilthey verbindet Psychologie, 礬thetik und Literaturgeschichte zu einer modernen Grundlegung der Poetik. Er fragt, wie Vorstellungen sich verwandeln, wie Gefle Bilder ordnen, wie aus pers霵lichem Erlebnis das Typische entsteht und weshalb dichterisches Schaffen zugleich unbewusstes Bilden und bewusste Technik ist. Dabei frt er von Aristoteles er Goethe und Schiller bis zur Literatur seiner Gegenwart und zeigt, warum eine neue Poetik nur aus dem Verst鄚dnis des sch鞿ferischen Prozesses hervorgehen kann. Die Einbildungskraft des Dichters ist ein Schlseltext f alle, die Dichtung nicht nur beurteilen, sondern in ihrem Entstehen begreifen wollen. Dilthey macht sichtbar, dass das Kunstwerk weder Regelprodukt noch blo e Inspiration ist, sondern die geformte Antwort eines lebendigen Bewusstseins auf Welt, Geschichte und Erfahrung.